Im Eröffnungskonzert des 50. Eichwalder Rosenfestes spielt die Berliner Klezmer-Gruppe „Aufwind“.

Man nehme eine frische Klezmer-Band im besten Alter: eine singende Powergeigerin, einen saitenbearbeitenden Trubadur und einen meisterhaften Klarinettenvirtuosen, gebe einen bandonionquetschenden Akkordarbeiter und einen baßzupfenden Tieftonkönner dazu. Als Zutaten folgen alsdann auserlesene Lieder zur jüdischen Küche, würziger Klezmer, leidenschaftliche Spielfreude und reichlich Humor, eine Prise Balkan und ein Körnchen Traurigkeit.


Die Gruppe AUFWIND gibt es seit 1984. In der Dreierbesetzung Claudia Koch, Hardy Reich und Andreas Rohde entstanden mehrere Programme mit jiddischen Liedern. Es folgten Reisen zu den Stätten ostjüdischen Geisteslebens in Polen, Rumänien, Ungarn und eine eingehende Beschäftigung mit der jiddischen Sprache, Geschichte und Kultur. Im November 1987 wurde die Gruppe Preisträger bei den 9.Tagen des Chansons in Frankfurt/Oder. 1988 kamen der Klarinettist Jan Hermerschmidt und ein Bassist zur Gruppe. Von da an wandte sich AUFWIND verstärkt der Klesmer-Musik zu.
„In Essik un Honik" - wie aus dem Ei gepellt oder auch piekfein, heißt „Aufwinds“ neue 8.(!) CD, ein Titel, der auch Programm ist: Alles dreht sich diesmal ums Essen und Trinken. Da isst der Ungar zum Beispiel gern Paprikagulasch, der Pole Bigos mit Brot, der Russe bevorzugt Borschtsch und der Deutsche liebt Kraut mit Klößen, der Rumäne mag Mamelige und der Grusinier isst Schaschlik, aber was gut ist, wissen sie alle nicht, gut ist nur gefillte Fisch. Auch stolpert jemand frühmorgens um halb drei aus der Schenke und legt sich mit dem Mond an, nur weil der nüchtern ist. Was sind eigentlich Warnitschki und wie bereitet man sie zu? Muss man sich wirklich zwischen Tofu und Chicken entscheiden oder reicht es aus, alles nur richtig zu würzen? Diese Fragen und Mehr beantwortet Aufwind wie immer überaus unterhaltsam und durchausaugenzwinkernd. Der spezielle Zauber ihrer Konzerte entsteht durch die abwechslungsreiche Mischung poetischer Balladen, mitreißender Instrumentalmusik in Kombination mit großer Spielfreude. Ein dichter, farbenreicher Ensembleklang, aus dem feurig-jubilierend die Geige und Klarinette herausragen. Auch gesanglich ist vom intensiv durchlebten Solo bis zum vollmundigen Chor eine große Bandbreite erlebbar. Lechaim - Wohl bekomms!

 

Beginn ist um 19:00 Uhr, in der evangelischen Kirche am Händelplatz

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.