„Zigeunerweisen“ – Musik der Sinti und Roma in Klassik und Folklore
Leitung: Mike Flemming
Eintritt frei

 

Seit ihrer Ankunft in Europa vor mehr als 500 Jahren betätigen sich die Roma als Musiker. So bewahren sie nicht nur lange musikalische Traditionen, sondern sorgen auf ihren Reisen auch für die Verbreitung von Musik, die Vermischung von Stilen und die Schaffung einer frühen „Weltmusik“. Obwohl durch Misstrauen und Ausgrenzung zu einem Leben auf niedrigster sozialer Stufe gezwungen, gab die Lebensweise der Roma immer Anlass zur Mythenbildung und Romantisierung. Damit wurden sie zu einer unersättlichen Inspirationsquelle für Künstler aller Sparten. Sie werden zu Protagonisten in Oper und Operette und ihr musikalischer Einfluss geistert als „alla zingarese“ durch Kompositionen von Haydn bis Bartok.

Aus diesem reichen musikalischen Fundus schöpft das diesjährige Programm des Schmöckwitzer Kammerorchesters. Natürlich fehlt Brahms mit seinen „Ungarischen Tänzen“ nicht und ebenso wenig die brillante „Zigeunergeige“ im berühmten „Csárdás“ von Monti. Stärker transformiert in eine Kunstsprache erscheint der volkstümliche Einfluss in der schönen Serenade des Spätromantikers Robert Fuchs und in den „Rumänischen Volkstänzen“ von Bela Bartok. Das Programm wird ergänzt durch Bearbeitungen authentischer Folklore von Spanien bis Russland, die die ganze stilistische Breite der „Zigeunerweisen“ erlebbar zu machen suchen.
Somit erwartet Sie eine temperamentvolle, zuweilen auch melancholische Reise durch eine überreiche musikalische Welt. Fühlen Sie sich herzlich eingeladen!