Als im Jahr 1921 der Lehrer und Kirchenälteste Artur Lanze zusammen mit dem Lehrer und Organisten Carl Wiedekamp den Kirchenchor gründete, bestand er anfangs aus rund 20 interessierten Damen und Herren. Erster Chorleiter war Carl Wiedekamp. Da kein genaues Gründungsdatum bekannt ist, hat man seinerzeit das Erntedankfest als Entstehungstag festgelegt.

Nachweislich gab es bereits vor dem Bau der Kirche im Jahr 1908 in Eichwalde kirchliche Chormusik. Bereits 1902 kann man im „Teltower Kreisblatt“ von einem Auftritt eines Kirchenchores im Betraum lesen. Dieser Klassenraum in der 1899 neu gebauten Schule in der Bahnhofstraße diente vorübergehend der Kirchengemeinde für ihre Gottesdienste. Damals stand die Kirche noch nicht. Bei dem Chor handelte es sich vermutlich um einen von außerhalb. Zur Grundsteinlegung der Kirche im Jahr 1906 sang der Gesang- und Musikverein Schwartzkopff-Wildau. In anderem Zusammenhang ist von Frau Pfarrer Lützow, der Gattin des ersten Pfarrers hier in Eichwalde, als Sängerin zu lesen.

An Männerstimmen fehlte es immer schon, kann man in der alten Chorchronik vom Sohn des Chormitbegründers Artur Lanze, Werner Lanze, nachlesen. Das erste Notenheft war vor 100 Jahren „Der Festsänger“ von Zander. Daraus sangen die Damen und Herren „Harre, meine Seele“.
Ein erstes Mal sang der Chor im September 1923 in einem Kirchenkonzert und in der darauffolgenden Zeit fast jährlich einmal. In der Zeit des Nationalsozialismus war nicht nur die Eichwalder Kirchengemeinde gespalten. Auch der Chor war geteilt; zweitweise gab es sogar zwei Chöre.
Der II. Weltkrieg lähmte die Chortätigkeit. Das letzte Mal sang der Chor zu Ostern 1945. Im selben Jahr starb Carl Wiedekamp an den Folgen der Nachkriegszeit.
Willi Bederke leitete dann den Chor von 1946 bis 1961. Später waren es Frau Sell, geb. Buchholz, Frau Kuhnert und Frau Schmidt. Christiane Gümbel übernahm 1978 für lange Jahre die Chorleitung. In ihrer Zeit reiste der Chor u. a. nach Polen, in die Niederlande und nach Dänemark.

Peter Aumeier hat den „Staffelstab“, sprich: Taktstock, im Jahr 2001 übernommen. Zurzeit treffen sich 37 Damen und Herren im Chor jeden Mittwoch um 20:00 Uhr im Saal des Evangelischen Gemeindezentrums bzw. während der gelockerten Covid-19-Pandemie in der Kirche.

Wenn am 10. Oktober dieses Jahres das 100. Gründungsjubiläum im Festgottesdienst gefeiert wird, dann wird auf jeden Fall der oben genannte Choral “Harre, meine Seele“ auf dem Programm stehen.